Vom Rechnen und Wünschen

Morgen beginnt das Training für die Profis des SV Wehen Wiesbaden, aber der neue Trainer Wolfgang Frank hat anscheinend schon direkt nach seiner Vertragsunterzeichnung seinen Dienst angetreten und sich in die Arbeit gestürzt. Sollte man aber auch erwarten können, schließlich gibt es mehr als genug zu tun. Das Ziel heißt Klassenerhalt.

Dabei ist es natürlich ein großer Vorteil, dass seit dieser Saison die Auf- und Abstiegsregeln verändert sind. Die letzten zwei der Tabelle steigen direkt ab, der Drittletzte muss/darf in die Relegation gegen den Drittplatzierten der Dritten Liga. (Beim Aufstieg ist es im Prinzip genauso, bloß in die andere Richtung, aber das braucht uns hier ja nicht weiter zu beschäftigen.)

Franks Ziel für die Rückrunde sind 21 Punkte, sodass man am Ende mit 35 Punkten mindestens 16. wird. Wenn man sich die Abschlusstabellen der letzten Jahre anschaut, könnte das durchaus reichen. Letzte Saison hatte Paderborn als 16. 32 Punkte, in 06/07 hatten Essen als 15. und Unterhaching als 16. 35 Punkte und in 04/05 wurde am Ende Oberhausen mit 34 Punkten 16. Nur in 05/06 hatte Saarbrücken mit 38 Punkten mehr als diese imaginäre Zielmarke für Platz 16. Der Vergleich ist sicherlich nur beschränkt hilfreich, da in den letzten Jahren ja immer 4 Mannschaften abstiegen, was möglicherweise auch Auswirkungen auf die Motivation in den letzten Spielen hatte, wenn Platz 14 schon unerreichbar war.

Egal, teilen wir an dieser Stelle einfach mal des Cheftrainers Meinung und hoffen auf (mindestens) 21 Punkte in den 17 Spielen der Rückrunde. Ein kleiner Vorteil könnte dabei sein, dass der SVWW mehr Heim- als Auswärtsspiele hat. Könnte man von den 9 Heimspielen vier gewinnen und in vier weiteren ein Unentschieden holen, hätten wir schon mal 16 Punkte. Dazu noch endlich mal ein Auswärtssieg und wenigstens zwei Unentschieden auf fremden Plätzen, dann hätten wir schon die 21 Punkte beisammen. Reichlich Konjunktiv, ist schon klar, aber nicht unmöglich, finde ich.

Ein besonderes Schmankerl wäre eine weitere Runde im DFB-Pokal zu überstehen und dann ein Heimspiel zugelost zu bekommen. Und wo wir gerade beim Wünschen sind, so kurz nach Weihnachten und vor einem neuen Jahr, dann wünsche ich mir noch einen spielstarken Mittelfeldspieler, einen Rechtsverteidiger und vielleicht noch einen Stürmer. Bin mal sehr gespannt, ob da noch was an Transfers passiert, bis jetzt habe ich noch nicht mal ein vernünftiges Gerücht gelesen.

Pimp my blog, Teil 1

So, jetzt habe ich zum ersten mal seit der ersten Einrichtung mal ein bisschen mit den Möglichkeiten von WordPress, genauer gesagt: mit den auf WordPress.com gratis angebotenen Features, herumgespielt.

Spaßeshalber habe ich mal ein paar Newsfeeds in die Seitenleiste eingefügt: von der SVWW-Homepage sowie die SVWW-bezogenen News von kicker.de, eurosport.com und 11Freunde.de. Den Wiesbadener Kurier hätte ich auch gerne eingebunden, aber der bietet leider keinen Newsfeed an.

Außerdem neu ist der direkte Zugriff ins (hüstel) Archiv.

Irgendwann wird es sicherlich auch mal eine optische Überarbeitung geben, das aber wahrscheinlich erst, wenn das ganze Blog in meinen eigenen Webspace und auf eine eigene Domain umzieht. Weiß noch nicht, wann das sein wird, vermutlich irgendwann nächstes Jahr…

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Willkommen, Wolfgang Frank!

Am Freitag, zwei Tage nach der Entlassung von Christian Hock, wurde Wolfgang Frank als neuer Trainer des SVWW vorgestellt. Angesichts der (angeblich) zur Diskussion stehenden Kandidaten scheint mir Frank auch die beste Wahl. Die Tatsache, dass nur zwei Tage nach der Entlassung des alten Trainers der neue schon unterschreibt, deutet aber sehr darauf hin, dass die Geschäftsführung schon länger mit Frank in Kontakt stand. Aber vielleicht hat er sich auch ganz spontan entschieden – für ihn ist es ja auch bequem, er wohnt in Mainz und hatte sowieso gerade keinen Job, da ist ein Engagement in Wiesbaden im wahrsten Sinne des Wortes naheliegend.

Ein bisschen drängt sich allerdings der Eindruck auf, dass der SVWW eine Art Mainzer Resteverwertung ist. Hock und Manager Stöver haben unter Frank bei den 05ern gespielt, Sandro Schwarz, Bakary Diakité und Aziz Anhanfouf waren ebenfalls schon auf der anderen Rheinseite aktiv. Aber gut, wenn man mal die kleineren (oder größeren?) Lokalrivaliäten außer acht lässt, könnte es schlimmer kommen, als in der einen oder anderen Hinsicht der Mainzer Entwicklung der letzten 10, 15 Jahre zu folgen. Wolfgang Frank trat im Herbst ‘95 dort ebenfalls an, um den Abstieg aus der 2. Liga zu vermeiden, nachdem die Mannschaft bis dahin einen üblen Fehlstart in die Saison hingelegt hatte. Damals führte er übrigens die Viererabwehrkette und Raumdeckung ein, was in Deutschland zu dieser Zeit noch längst nicht Standard war.

Klar, das ist alles lange her und hat vermutlich überhaupt keine Relevanz für die heutige Situation beim SVWW, aber ich schöpfe daraus schon ein bisschen Hoffnung auf erstens bessere Resultate (die natürlich zum Klassenerhalt führen sollten) und zweitens auch auf eine taktische und/oder spielerische Weiterentwicklung. Vielleicht beschert uns Präsident Hankammer auch noch ein paar neue Spieler. Freuen wir uns einfach mal auf das neue Jahr – alles wird gut.

Hock gefeuert

Eigentlich wollte ich ja noch was zum Spiel in Rostock schreiben, aber das hat sich aufgrund der heutigen Nachricht erledigt: Trainer Christian Hock wurde gestern Abend vom SVWW „beurlaubt“ (vulgo: rausgeworfen).

So richtig überraschend war das allerdings nicht (auch nicht für Christian Hock selbst). Sicherlich ist Hock (mit-)verantwortlich für die erfreuliche Entwicklung des SV Wehen Wiesbaden (bzw. damals noch SV Wehen) in den letzten zwei Jahren mit Aufstieg aus der Regionalliga (damals übrigens als Erster vor der TSG Hoffenheim) und einer überraschend guten Debütsaison in der zweiten Liga, aber genauso ist der Cheftrainer auch eben (mit-)verantwortlich für das überaus mäßige Abschneiden in der Hinrunde des bisherigen Saison.

Einer der Gründe, warum es bisher nicht läuft, könnte Hocks seltene Anwesenheit beim Training sein, da er ja derzeit noch seinen Trainerschein in Köln macht und deshalb meistens erst freitags wieder bei der Mannschaft war. Der Trainer-Lehrgang läuft noch bis Ende April, sodass dieser Zustand die ganze Saison angehalten hätte.

Laut kicker.de wird u. a. auch Co-Trainer Hans Werner Moser als Nachfolger in Betracht gezogen, wobei ich das für ausgemachten Unfug halte. Moser war ja schon bisher aufgrund Hocks Abwesenheit für das Training verantwortlich und hat vermutlich einen noch viel größeren Anteil am häufig uninspirierten Auftreten der Mannschaft. Himmel, wie oft habe ich mich in den letzten Monaten gefragt, was die Jungs eigentlich die ganze Woche trainieren, wenn zum xten mal ein Pass unbedrängt beim Gegner oder im Nichts landete? Nein, also Moser kann ich mir beim besten Willen nicht als neuen Chefcoach vorstellen.

Schon eher Wolfgang Frank, der laut kicker als Favorit gilt und Ende der 90er die Nachbarn von der anderen Rheinseite zum ersten mal fast in die erste Liga geführt hätte. Später war er u. a. bei den Offenbacher Kickers und zuletzt beim Wuppertaler SV in der Regionalliga. Weitere Kandidaten sind angeblich Wolfgang Wolf (zuletzt Kaiserslautern) und Markus Schupp (bisher nur bei Burghausen als Trainer tätig gewesen).

Sport1.de nennt die gleichen Kandidaten und behauptet zudem, dass Präsident Hankammer „zwei bis drei Verstärkungen“ für die Rückrunde in Aussicht gestellt habe.

Nun ja, lassen wir uns überraschen. Der neue Trainer soll bis zum Trainingsauftakt am 29.12. vorgestellt werden, vielleicht wissen wir ja schon vor Weihnachten Bescheid.

Die Entlassung ist natürlich einerseits schade für Hock und auch für uns Fans, da er ja wie erwähnt den Aufstieg des SVWW symbolisiert. Mit ein paar Punkten mehr würde man weiter oben stehen, dann wäre es wahrscheinlich nicht zur Entlassung gekommen. Andererseits kann man jetzt auch hoffen, dass sich vielleicht etwas an der Spielweise zum Positiven ändert. Dieses „hinten sicher stehen und ab und zu einen Konter“ war ja nicht wirklich der Gipfel der Spielfreude. Nun gut, dazu später mehr in einem anderen Artikel.

Christian Hock wünsche ich trotzdem alles Gute für die Zukunft. Seine Zwischenprüfung für den Trainerschein Anfang der Woche wird er wohl bestanden haben, der Rest klappt sicherlich auch und dann werden wir ihn nächstes Jahr wieder irgendwo auf der Trainerbank sehen.

Ach ja, das Spiel in Rostock kann man schnell zusammenfassen: Aufstellung wie erwartet (Stroh-Engel tatsächlich von Anfang an dabei), erste Halbzeit ebenfalls wie erwartet mäßiges Spiel mit dem Höhepunkt eines halben Eigentors durch Simac (Retovs Schuss wäre ohne Simac’s Abfälschen auf der Haupttribüne gelandet), nach der Pause auch für Wehen ein paar Chancen, aber letztlich blieb’s beim 1:0 für Hansa.

Zu Besuch bei Hans A.

Der letzte Spieltag der Hinrunde steht auf dem Programm und in Rostock treffen sich der ortsansässige FC Hansa und der SVWW zum Kampf Not gegen Elend, oder in Zahlen ausgedrückt: der 15. gegen den punktgleichen 17. Zum ersten mal überhaupt spielen diese beiden Vereine gegeneinander und die Fahrt ins etwa 700km entfernte Ostseestadion stellt für unsere tapferen Auswärtssupporter einen neuen Entfernungsrekord dar.

Während der bisherige Saisonverlauf für die Wiesbadener zwar sehr enttäuschend, aber zumindest nicht völlig überraschend ist (zweites Jahr nach dem Aufstieg, Trainer muss seinen Schein machen usw.), gibt es wohl selbst unter den größten Rostocker Pessimisten nicht viele, die nach dem Abstieg aus der ersten Liga eine solche Talfahrt erwartet hätten. Vor vier Wochen wurde dann Frank Pagelsdorf entlassen und, nach einem Intermezzo mit Interimscoach Juri Schlünz, der vorherige U21-Nationaltrainer Dieter Eilts verpflichtet. Kurzfristiger Erfolg hat sich aber auch mit dem neuen Trainer noch nicht eingestellt, alle drei Spiele gingen seitdem verloren (und auch das eine Spiel unter Schlünz endete mit einer deprimierenden Niederlage). Wie angespannt die Lage auch innerhalb der Mannschaft sein muss, sieht man an Abwehrspieler Gledson, der anscheinend einen Mitspieler im Training attackiert hat und daraufhin für das Spiel gegen den SVWW suspendiert wurde. Zudem sind einige Spieler verletzt oder zumindest angeschlagen, darunter auch Kevin Schindler, mit 3 Toren und 7 Vorlagen noch einer der besseren.

Und wie schaut’s bei uns aus?

Sandro Schwarz (fünfte Gelbe) und Madi (Gelb-Rot) fehlen gesperrt, soviel steht schon mal fest. Bei Schwarz hält sich mein Bedauern in Grenzen, aber Madi hatte sich auf der Sechserposition eigentlich ganz ordentlich etabliert. OK, gegen Augsburg war auch er ziemlich schwach, aber da war er ja leider nicht alleine. Statt den beiden werden wahrscheinlich Sascha Amstätter und Torge Hollmann die Zentrale besetzen. Links wohl wieder Erwin Koen und rechts zweifellos Benjamin Siegert. Torwart und Defensive sind recht unstrittig (wobei: was ist eigentlich mit Ales Kokot, warum spielt er nicht mehr?), genauso Ronny König im Sturm. Wer neben ihm beginnt ist wie meistens noch offen. Nachdem sich Sanibal Orahovac letzte Woche nicht gerade empfohlen hat, ist wohl wieder Bakary Diakité an der Reihe. Vielleicht darf auch Dominik Stroh-Engel, der sich gegen Augsburg nicht nur aufgrund seines Treffers ganz gut präsentiert hat, von Beginn ran, aber ich gehe eher davon aus, dass er ebenso wie Dennis Schmidt zunächst auf der Reservebank sitzt.

Christian Hock kam am Donnerstag schon früher aus Köln zurück, um die Trainingseinheit am Nachmittag zu leiten. Vielleicht hilft ja seine Präsenz oder Aura oder messerscharfe Beobachtungsgabe oder was auch immer der Mannschaft, beim Versuch den ersten Auswärtssieg der Saison einzufahren und mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause zu gehen. Allerdings bin ich weit davon entfernt, besonders optimistisch dem Sonntag entgegen zu blicken. Klar, Rostock hat einen richtigen miesen Lauf und steht unter riesigem Druck. Wenn es unserer Mannschaft gelingt, gleich am Anfang ordentlich Wirbel zu machen, evtl. sogar in Führung zu gehen, dann kann Hansa nervös werden oder sogar verzweifeln. Andererseits stehen die dermaßen mit dem Rücken zur Wand, dass sie gar nicht anders können als 90 Minuten ums Überleben zu kämpfen. Und unsere Auswärtsbilanz ist trotz zuletzt drei Unentschieden weiterhin alles andere als furchteinflößend.

Letztlich ist also mal wieder alles möglich. Vielleicht sind unsere schwarzroten Jungs genau der richtige Aufbaugegner für Rostock, vielleicht ist es auch genau umgekehrt, vielleicht gibt’s nur wieder ein müdes 0:0. Oder um es kurz zu sagen: ich habe keine Ahnung. Fest steht nur, dass man kaum mit einem fußballerischen Leckerbissen rechnen braucht, da ist wohl eher Kampf und Arbeit angesagt.

Den Blick auf die anderen Paarungen des Wochenendes spare ich mir diesmal. Solange man selbst nicht punktet, bringt das ja eh nix.

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